Bücherskulpturen aus alten Büchern

Heute will ich euch mal etwas ganz anderes vorstellen. Und zwar eine sehr außergewöhnliche Kunstart. Dabei werden alte Bücher als Grundlage für Skulpturen verwendet. Das heißt jetzt allerdings nicht, dass da mehrere Bücher übereinander gestapelt und zu Skulpturen angeordnet werden. Nein, es werden einzelne Bücherseiten geschnitten und gefaltet, um mit dem Buch eine Geschichte zu erzählen oder daraus Deko zu machen.

Bei unserem Umzug habe ich jede Menge Bücher aussortiert, die keiner mehr lesen möchte, weil sie zu alt oder uninteressant geworden sind. Viele sehen auch nicht mehr schön aus. Als ich überlegte, was man damit noch machen könnte, bin ich auf das sogenannte Bücherfalten gestoßen.

Ganz bekannt dafür ist eine amerikanische Kreativkünstlerin namens Jodi Harvey Brown, die unglaubliche Skulpturen aus aufgeklappten Büchern schafft. In einigen ihrer Ausstellungsstücke schwimmen ganze Schiffe über einen Ozean aus Wellen oder Engel singen aus Musikbüchern heraus! Die Seiten sind dabei immer noch fest mit dem Buch verbunden. Solche komplexen Skulpturen bekommt man als Anfänger natürlich nicht hin, aber das hat mich nicht daran gehindert es auch einmal zu versuchen. Es gibt eine Menge einfacherer Buchskulpturen, die jedermann falten kann und die sich gut als Dekoration machen.

Ich möchte hier zwei Ideen vorstellen, mit denen man ein Buch in eine Dekoration umwandeln kann.

Ihr braucht:

  • ein altes Buch oder eines, dass ihr nicht mehr lesen wollt
  • Kleber
  • einen Brieföffner oder etwas Ähnliches zum Falzen der Seiten

Nun gibt es zwei Musterideen, die ihr verfolgen könnt. Zum einen gibt es ganz einfache Darstellungen geometrischer Muster oder ihr faltet Buchstaben in das Buch hinein. Die Idee mit den Buchstaben erfordert allerdings schon ein bisschen mehr Übung und vor allem ein Gefühl für die Technik. Deshalb ist es eine gute Idee erst einmal mit ein paar geometrischen Mustern anzufangen, um sich ein Gefühl für die Materie zu erarbeiten.

Ein paar grundlegende Hinweise:

ihr solltet immer von der Mitte aus mit dem Falten beginnen.

Das Buch solltet ihr vorher ordentlich dehnen, damit die einzelnen Seiten nicht so sehr am Kleber an der Faltung festsitzen

Schneiden geht schneller als Falten, kann aber nicht mehr rückgängig gemacht werden

Ein schönes Muster für den Anfang ist es die einzelnen Seiten mit der oberen und unteren Kante parallel nach Innen zu falten. Ihr erhaltet so eine Spitze, die aus dem Buch herausragt. Das kann man dann noch variieren, indem man einzelne Seiten nicht mittig faltet, sondern so dass die Spitze weiter oben oder unten liegt. Man kann damit z. B. ein Wellenmuster kreieren. Weitere Möglichkeiten sind einzelne Seiten nicht zu falten, sondern nur umzuschlagen und an der Innenseite festzukleben usw. Lasst eurer Fantasie hier freien Lauf und experimentiert ein bisschen! Wenn ihr genügend Erfahrung habt, könnt ihr dann auch so falten, dass kurze Schriftzüge entstehen, z. B. „BUCH“. Für viele Buchstaben muss allerdings geschnitten werden, weil das Falten allein nicht reicht.

Was man natürlich auch machen kann, ist ein Buch auszuhöhlen, um darin geheime Dinge aufzubewahren. Von der Idee war ich schon als Kind immer begeistert, ich hatte aber nie ein Buch, das ich wirklich so zerschneiden wollte. Im Gegensatz zum Buchfalten muss man das Buch dabei eben wirklich zerschneiden, um einen Platz im Inneren zu schaffen.